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Für HiFi und
Heimkino entwickelt, steht die Serie 600 als Synonym für ein
erstklassiges Preis-/Leistungsverhältnis. Diese Lautsprecher
überzeugen mit ausgeklügelten Bowers &
Wilkins-Technologien, ausgezeichneter Leistung und einem tollen Design.
In all unseren Mittel- und Tiefmitteltönern verhindert die einzigartige gelbe Kevlar® membran konzentrische stehende Wellen, die in herkömmlichen homogenen Materialien auftreten. Die offene Bauform des Chassis vermeidet Kompressionsverluste hinter der Membran und fördert die Dynamik. Dem Mitteltöner des 3-Wege-Standlautsprechers 683 konnten wir sogar noch etwas ganz Besonderes spendieren - einen sickenlosen FST™-Mitteltöner, der einfach faszinierend gut klingt. Bisher wurde dieses Feature nur in audiophilen Bowers & Wilkins-Serien wie der Serie 800 eingesetzt.
Um die feinsten Nuancen der Musik wiedergeben zu können, benötigt der Hochtöner eine Kalotte, die steif bleibt und sich im gesamten Einsatzbereich wie ein perfekter Kolben bewegt. In den Hochtönern der meisten Bowers & Wilkins-Lautsprechern werden Kalotten aus einer Metalllegierung eingesetzt. Bei unseren neuesten Hochtönern – wie denen in der Serie 800 – helfen die Silberbeschichtung des Magnetpols und Optimierungen des Schwingspulenträgers, wie beispielsweise das Einbiegen der Oberkante entlang des Kalottenprofils (oft als "Crowning bezeichnet), bei der Erweiterung der Hochtonwiedergabe. Die erzeugten hohen Frequenzen liegen in einem Bereich, den das menschliche Ohr nicht mehr wahrnehmen kann, so dass kein zusätzlicher „Superhochtöner“ erforderlich ist.
Es ist eine geläufige Erkenntnis, dass die besten Materialien für Lautsprechermembranen, seien es Konusse oder Kalotten, jene mit der höchsten Steifigkeit sind. Prinzipiell zeigt die Membran dann eine perfekte kolbenförmige Bewegung und leidet nicht unter den „zeitverschmierenden“ Problemen, die mit dem Breakup-Effekt der Membran einhergehen. Wie viele Dinge im Leben hat dieser vereinfachende Denkansatz eine ganze Menge Wahrheit in sich, ist aber mitnichten ein Patentrezept. Kein Material besitzt unendliche Steifigkeit. Letzten Endes wird es also eine Frequenz geben, bei der die Membran aufhören wird, sich perfekt kolbenförmig zu bewegen. Weil sehr steife Materialien auch dazu neigen, eine geringe innere Dämpfung zu besitzen, kann der entstehende Breakup-Effekt der Membran sehr schwerwiegend sein. Die entstehenden Resonanzen besitzen einen hohen so genannten Q-Faktor.Der Buchstabe Q hat in der Akustik zweierlei Bedeutungen. Er kann sich auf das Abstrahlverhalten eines Lautsprechers beziehen – je höher der Wert für Q, desto enger ist die Schallabstrahlung – und dies ist die Bedeutung von Q, die oft im Rahmen der technischen Angaben in Broschüren zu finden ist. In diesem Fall jedoch geht es um die zweite Bedeutung des Buchstaben Q, die Schärfe von Resonanzspitzen – je höher der Wert von Q (der so genannte Q-Faktor), desto enger ist die Energie der Resonanz um eine bestimmte Frequenz herum konzentriert, womit eine hohe schmale Spitze im Frequenzgang entsteht. Eine Resonanz mit hohem Q-Faktor wird wie eine Glocke noch lange nachklingen, nachdem das anregende Signal aufgehört hat. Das ist natürlich nicht gut. Die Entwickler müssen also sicherstellen, dass der Treiberfrequenzgang im Bereich dieser Resonanzen von der Frequenzweiche wirkungsvoll bedämpft wird. In der Praxis heißt das: Die Nenn-Grenzfrequenz des Frequenzweichenfilters sollte wenigstens anderthalb, besser zwei Oktaven unterhalb der niedrigsten Resonanzfrequenz des betreffenden Chassis liegen.
Ein anderes potentielles Problem steifer Membranen betrifft ihre Richtwirkung – in welchem Maß unterscheidet sich die Wiedergabe auf der Achse mit jener außerhalb der Achse. Die Breite der Schallabstrahlung hängt vom Verhältnis der Wellenlänge des Tons zum Durchmesser der Membran ab. Je höher die Frequenz, desto kleiner ist ihre Wellenlänge, und desto schmaler wird der abgestrahlte Klangkegel. Wenn die Klangabstrahlung bei verschiedenen Frequenzen zu stark variiert, werden Hörer, die außerhalb des zentralen „Hot Spot“
(der idealen
Hörposition) sitzen, eine andere tonale Balance und
veränderte Charaktere bei Instrumenten wahrnehmen. Und auch
die räumliche Abbildung ist beeinträchtigt. In
schweren Fällen wird sich die Position eines Instruments
scheinbar mit der Tonhöhe verändern. Wie
löst der Entwickler also diese Probleme? Eine Verkleinerung
der Membran wird sowohl die erste Resonanzfrequenz nach oben
verschieben als auch die Abstrahlung verbreitern.
Unglücklicherweise müssen sich kleinere Membranen
stärker als große bewegen, um einen bestimmten
Schallpegel zu erzeugen. Deshalb neigen sie dazu, mehr harmonische
Verzerrungen sowie stärkere Intermodulationsverzerrungen zu
erzeugen. Die Lösung hierfür ist es, eine
höhere Anzahl an Treibern einzusetzen, von denen jeder nur ein
ziemlich enges Frequenzband bearbeiten muss. Damit können
höhere Ausgangspegel, eine gleichmäßigere
Schallabstrahlung und niedrige Verzerrungen erreicht werden. Wie viele
Treiber? Um die Arbeit im gesamten Audio-Frequenzbereich sauber zu
erledigen, sind tatsächlich mindestens vier Stück
notwendig. Es ist also kein Zufall, dass unser NautilusTM-Lautsprecher,
bei dem alle Membranen aus Aluminium gefertigt sind, eine
4-Wege-Konstruktion ist. Für andere Lautsprecher in unserem Programm ist der Einsatz von Aluminium generell auf Hochtöner und Basschassis begrenzt. Ein steifes Material ist unumgänglich, wenn man danach strebt, einen Hochtöner mit bewegter Spule zu bauen, dessen Wiedergabe bis in den Ultraschallbereich reicht. Im Bass ist ein steifes Material besser in der Lage, den Deformationskräften durch die hohen Drücke im Gehäuse und die Stoßkräfte der Schwingspule zu widerstehen – dies ermöglicht bestes dynamisches Verhalten. Im Mitteltonbereich, wo ein einziger Treiber einen großen Frequenzbereich abdecken muss, bleibt ein flexibleres Material wie Kevlar® mit besonders kontrolliertem Breakup-Verhalten der Membran die bessere Wahl. Bei kombinierten Tief-/Mitteltönern muss den Erfordernissen des Mitteltonbereichs, wo das Ohr am empfindlichsten ist, der Vorzug gegeben werden.
In den siebziger Jahren war
Bowers & Wilkins der erste Lautsprecherhersteller, der
Kevlar® – eine leichte, gewebte Faser mit hoher
Festigkeit, die in kugelsicheren Westen eingesetzt wird – in
seinen Membranen verwendete. Im Labor konnte mit Hilfe von
Lasermessungen nachgewiesen werden, dass durch die Gewebenatur dieser
Faser die Ausbildung konzentrischer stehender Wellen unterbunden wird
und somit Klangverfärbungen deutlich reduziert werden. Seitdem
haben wir die streng gehütete Mischung für das Harz,
in die das
Material getaucht wird, weiter optimiert.
Die meisten von uns kennen Kevlar®, die synthetische Aramidfaser aus dem Hause DuPont, wahrscheinlich am besten von den schusssicheren Westen. Die gleichen mechanischen Eigenschaften wie Kraft und die Fähigkeit, die Energie einer Kugel umzuwandeln, kommen auch Lautsprecher-Konusmembranen zugute. Bowers & Wilkins setzte Kevlar® erstmals 1976 mit der Einführung des Lautsprechers DM6 als Konusmembranmaterial ein. Damals jedoch war die Entwicklung von Lautsprechern weniger weit fortgeschritten als heute, und man wollte im Grunde genommen viel versprechende neue Materialien ausprobieren, die Reaktion des Treibers messen und sich das Ergebnis anhören. Obwohl wir wussten, dass Kevlar® besser als andere Materialien abschneiden würde, die zum damaligen Zeitpunkt auf dem Markt waren, vor allem im kritischen Mitteltonbereich, wussten wir trotzdem nicht genau, wie die Konusmembrane wirklich reagieren würden – d. h. warum sie besser klangen.
Unser Forschungsleiter Dr.
Peter Fryer betreibt seit langem im Bereich der Laserinterferometrie
bei Lautsprechern Pionierarbeit. Anhand dieser Technik können
wir die Bewegungen der Treibermembran bei unterschiedlichen Signalen
untersuchen. Zwei der nützlichsten Signale sind die
Sinuskurve, d. h. ein reiner Ton bei einer Monofrequenz, und ein
Impuls, d. h. ein Klickton, der alle Frequenzen gleichzeitig
enthält. Wenn wir uns das Verhalten bei einer Monofrequenz mit
einer Sinuskurve ansehen, erkennen wir stehende Wellen oder Resonanzen
im Konus bei dieser Frequenz. Wir bekommen ferner einen Eindruck von
der Art und Weise, wie der Klang sich bei Verlassen der Konusmembran
verteilt. So kann eine semi-flexible Membran beispielsweise bei
höheren Frequenzen so vibrieren, dass nur ein geringer
Prozentsatz der Schallabstrahlung von außen, der
größte Teil aber von innen herrührt. Diese
wirkungsvolle Reduzierung der Abstrahlungsfläche hat den
Vorteil einer Erweiterung der Streuung des Treibers verglichen mit der
eines reinen Kolbens. Genau das passiert bei einer
Kevlar®-Konusmembran.
Ihre wirksame Abstrahlungsfläche nimmt mit steigender Frequenz
langsam ab und folglich ist ihre Streuung wesentlich einheitlicher als
dies bei einem steifen Material der Fall wäre. Die
Impulsreaktion des Treibers deutet auf dessen zeitlich
kohärente Eigenschaften hin. Schwingt die Membran weiter,
obwohl das Eingabesignal aufgehört hat, kann dies oft zu einem
zeitversetzten Eintreffen des Signals – eine Form der
Verfärbung – und einer resultierenden
Beeinträchtigung der Signalklarheit führen. Nicht
jede zeitversetzte Membranvibration führt jedoch
notwendigerweise zu einer zeitlich verzögerten Ausstrahlung an
den Zuhörer. Es empfiehlt sich vielleicht, die Impulsreaktion
von zwei Treibern zu vergleichen. Sie sind identisch abgesehen vom
Konusmembranmaterial, denn ein Treiber ist aus Kunststoff. Der
Kunststoff ist homogen, d. h. anders ausgedrückt sind die
mechanischen Eigenschaften in allen Richtungen die gleichen.
Der zweite Treiber hat eine Konusmembran aus gewebtem, mit Harz imprägniertem Kevlar®, das die Steifigkeit kontrolliert, und einen PVA-Verbundstoff, der das Gewebe befeuchtet und abdichtet. Das Kevlar®-Gewebe bewirkt, dass sich die mechanischen Eigenschaften der Konusmembran je nach ihrem Winkel zur Ausrichtung der Fasern unterscheiden. Beide Konusmembrane schließen an der Außenkante wie gewöhnlich mit einem gewölbten Gummiring ab. Wenn wir uns die Ultraschallbilder der zwei unterschiedlichen Konusmembrane zu unterschiedlichen Zeiten ansehen, nachdem ein Impulssignal angelegt wurde, ist erkennbar, dass die konische Form der Membran bei dem Verfahren verloren geht. Zu dem Zeitpunkt kurz nachdem ein Signal angelegt wurde, zeigte die Mitte der Konusmembran in beiden Fällen erste Bewegungen. Bei der Konusmembran aus Kunststoff breitet sich eine kreisförmige Biegewelle allmählich von der Mitte der Konusmembran nach außen aus. Bei der Konusmembran aus Kevlar® nimmt die Vorderseite der Welle jedoch bedingt durch das Gewebe eine eckige Form an.
Wenn diese Biegewellen die Verbindungsstelle zwischen der Konusmembran und der Sicke erreichen, wird ein Teil der Energie zurück in die Konusmembran gestrahlt und ein geringerer Teil in die Sicke. Der Grund dafür sind die unterschiedlichen mechanischen Eigenschaften der beiden Materialien. So ähnlich, wie wenn Sie aus dem Fenster schauen. Sie können nicht nur hinaussehen, sondern auch ein Spiegelbild des Zimmers erkennen, weil Glas und Luft unterschiedliche optische Eigenschaften haben.
Eine weitere Schallabstrahlung tritt an der Stelle auf, an der die Sicke am Chassis oder Korb des Treibers befestigt ist. Wenn diese reflektierten Wellen die Mitte der Konusmembran erreicht haben, werden sie wieder nach außen abgestrahlt usw., bis die Bedämpfung in den Materialien schließlich die Energie umwandelt. Weil die Wellenvorderseite der Kunststoff-Konusmembran kreisförmig ist, ergeben diese unablässig reflektierten Wellen ein Muster aus konzentrischen Ringen, die den Ton verzögert an den Zuhörer strahlen, der den ursprünglich wahrgenommenen Klang ergänzt und verfärbt. Obwohl Schallabstrahlungen mit Kevlar® auftreten, geschieht dies zu unterschiedlichen Zeiten entlang der Kante, und das Bewegungsmuster der Konusmembran ist willkürlicher. Die Gesamtfläche der Konusmembran, die sich zu einem bestimmten Zeitpunkt nach vorne bewegt, wird stärker ausgeglichen durch die Gesamtfläche, die sich nach hinten bewegt, und ein wesentlich geringerer Teil dieser verzögerten Energie wird dann auch wirklich als Klang an den Zuhörer abgestrahlt. Die Luft gleitet einfach über die Membranoberfläche.